Wir hatten genug Zeit

Es war genug Zeit, sich differenziert zu überlegen, wie man mit dieser Situation der Verdrängung durch Aufwertung und Gentrifizierung umgehen möchte.
Das hat seinen Ausdruck unter anderem durch die Demonstration am 26. April 2014, durch die Unterbrechung der Stadtverordnetenversammlung im Rathaus und diversen anderen Aktionen gefunden. Verändert hat sich seitdem wenig. Tatsächlich wurde einige Wochen heftig über die Anliegen diskutiert.
Akteur*innen wurden in eine Rechtfertigung gezwungen, die Stadtpolitik musste einige Male Stellung zur Problematik der Verdrängung und gezielten Nutzung von Kreativwirtschaft als Projekt der Imagepolitik nehmen. Gebracht hat uns das als Betroffene wenig und zugleich einiges.

Wir müssen uns nun, strukturell gestärkt, die Frage stellen, ob diese Art und Weise des Umgangs weiter Sinn macht. Wir müssen uns am Ende des Jahres und zu Beginn des Neuen, die Frage stellen, ob es Sinn macht, punktuell zu arbeiten.
Und das tut es. Nicht nur weiterhin, sondern gerade dann, wenn sich die Situation weiter verschärft.

Wir haben versprochen, dass wir immer vor Ort sein werden wenn bedürfnisgerechte und solidarische Projekte möglich sind und aufgrund von Interessen der Verwertungslogik anders realisiert werden: Und das waren wir!

Wir waren auf jeder Eröffnung und Einweihungsfesten, vom Hafengold bis zum Einzug der ersten Anwohner im Luisenhof. Jedes Mal als Beobachter*innen. Wir haben Loimi Brautmann als Moderator bei der Hafengold-Eröffnung konzentriert zugehört. Wir waren bei den Stadtverordentenversammlungen und haben gut zugehört.

Und wir haben es satt!

Wir fordern eine offene Diskussion um die Nutzung von nichtbebauten Flächen. Wir fordern eine konsequente Umsetzung von Maßnahmen, die der Gentrifizierung in Offenbach entgegensteuern. Wir fordern eine klare Stellungnahme der künstlerisch, politisch und andersweitig strategisch beteiligten Akteur*innen.
Wir werden uns in Zukunft dort bewegen, wo wir es möglich machen, der Verdrängung durch Aufwertung einen Strich durch die Rechnung zu machen.